SG Ostend 1960
Bad Nauheim e. V.

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27. Juli 2007

Die Chronik des Vereins

Als die Gründung der SG Ostend im Jahre 1960 in der Wetterauer Zeitung bekannt gemacht wurde, vertraten viele selbst ernannte „Experten“ die Meinung, dass der junge Verein keine zwei Jahre überdauern würde. Mit Beginn des neuen Jahrtausend sind es stolze 40 Jahre, in welchen sich der Verein zu einer festen Größe im Sportleben der Badestadt entwickelt hat. Mit den Sparten Fußball und Turnen widmet sich die SG Ostend in erster Linie dem Breitensport, wobei die Förderung der Jugendarbeit stets vorrangig war.

Der Anfang
Ein in die Staaten heimkehrender GI hinterließ einer Gruppe junger Männer als „Vermächtnis“ einen ledernen Fußball. Diese jungen Männer, die teilweise fußballerisch unbelastet waren, teilweise im damals einzigen badestädtischen Fußballverein keinen Unterschlupf fanden, hatten recht schnell Gefallen am Spiel mit dem runden Leder gefunden und scharten mit der Zeit weitere junge Männer um sich. Zunächst kickte man noch am Bunker im Goldstein-Wäldchen, später zog man um, zum Hundedressurplatz. Hier rollte nun tagtäglich die „Pille“ im östlichen Teil unserer Stadt. Dabei kam man überein, einem geregelten Spielbetrieb nachzugehen und einen Verein zu gründen. Ein paar Beherzte, darunter unser langjähriger Jugendleiter und Träger der goldenen Vereinsehrennadel, Hans Weide, luden zur Gründungsversammlung ins damalige Gasthaus „Zur Industrie“ ein. Die Initiatoren konnten die stattliche Zahl von 58 Besuchern begrüßen, darunter auch Ernst Aletter, Friedemann Grüttner und Bernd Michel, die heute noch lebhaften Anteil am Vereinsgeschehen nehmen. Es wurde aus naheliegenden Gründen der Verein „SG Ostend 1960 Bad Nauheim“ aus der Taufe gehoben. Als Vereinsfarben wählte man Rot und Weiß. Unter der Leitung von Hans Weide wurde noch am gleichen Abend der  erste Vorstand des neuen Clubs gewählt. Vorsitzende wurden Werner Wetzel, Eduard Flader und Willi Nickolaus, Wirt der Gaststätte „Zur Industrie“, die logischerweise zum Vereinslokal ernannt wurde. Dieses ernannte Triumvirat sollte die Geschäfte des jungen Vereins bis zur ersten ordentlichen Hauptversammlung führen. Des weiteren gehörten dem provisorischen Vorstand an: Ernst Aletter, Theo Biedenkapp, Ludwig Fiedler, Willi Jakobi, Willi Klein, Heinz Kniß, Alwin Seeger und last not least Hans Weide. Als Kassenprüfer fungierten: Heinz Zöller und Aribert Kellner.

Der erste ordentliche Vorstand
Unter der Leitung des damaligen Sportkreisvorsitzenden und Bad Nauheimer Stadtrates Karl Eberhard, gestaltete sich der Vorstand des neuen Vereins wie folgt: 1. Vorsitzender: Werner Wetzel (der später ein weniger erfreuliches Kapitel Ostend-Geschichte schreiben sollte). 2. Vorsitzender wurde Eduard Flader. Als Kassenwarte fungierten Sonnhilde und Friedemann Grüttner, die von den Platzkassierern Franz Bohn und Karl Will unterstützt wurden. Klaus Meyer wurde zum Schriftführer gewählt.
Mit dem Auftrag, ein Jugendabteilung ins Leben zu berufen wurde Hans Weide betreut. Im zur Seite standen Wilhelm Klein, Gerhard Riedel und Jakob Wetzel. Wilhelm Stuhlmann, ein Bad Nauheimer Fußball-Idol wurde Spielausschussvorsitzender. Neben ihm gehörten Franz Bohn, Eduard Flader und Bernd Michel (der Vater unseres derzeitigen 2. Vorsitzenden) dem Spielausschuss an. Die Kassenprüfung wurde Franz Bohn und Alwin Seeger übertragen.

Die ersten Spiele
Der erste offizielle Auftritt des jungen Teams sollte ein Freundschaftsspiel gegen Germania Ockstadt sein, das aber in des Wortes wahrsten Sinne ins Wasser fiel, denn Petrus zeigte kein Einsehen mit den tatendurstigen Ostend-Kickern und ließ es das gesamte Wochenende über kräftig regnen. Somit musste die Premiere um eine Woche verschoben werden. Das erste Spiel fand damit für die außer Konkurrenz in der B-Liga Nord spielende SGO am 4. Dezember 1960 auf dem Hartplatz des Bad Nauheimer Waldstadions gegen den TSV Ostheim statt.

Der Auftakt ging allerdings kräftig „in die Hosen“. Die erfahrenen Ostheimer führten den Neuling regelrecht vor und landeten einen klaren 6:0-Sieg.

Diese deutliche Niederlage schreckte jedoch die wackeren Ostendler nicht, zumal sich bald erste Erfolge einstellten. In der Folge wurde eine 2. Mannschaft ins Leben berufen und ab der Saison 61/62 gehörte die SG Ostend der Kreisliga B-Nord an, in der sie bis zum heutigen Tag spielt. Im gesamten Kreisgebiet ist die SGO ein gern gesehener Gast, da sportliche Fairness und anständiges Auftreten, auf und ausserhalb des Spielfeldes, die Truppe stets ausgezeichnet hat.

Die Trennung
Im Jahre 1964 gründete der damalige 1. Vorsitzende, Werner Wetzel, die Turnabteilung. Doch schon nach einem knappen Jahr kam es zu einem unschönen Störfall: Wetzel wollte – mit der Unterstützung einer Anzahl neuer Vereinsmitglieder – die Bezeichnung „Ostend“ aus dem Vereinsnamen löschen. Diesem Ansinnen widersetzten sich jedoch die meisten Mitglieder vehement und hier insbesondere die Fußballer, die mit Recht darauf verwiesen, den Namen SG Ostend stets mit Stolz getragen und mit ihrem untadeligen Auftreten dem noch jungen Verein allerorts zu beachtlichem Ansehen verholfen zu haben. Nach einer hitzig geführten und außerordentlich gut besuchten Mitgliederversammlung im „Pfälzer Hof“, trennte sich Werner Wetzel mit einigen Gleichgesinnten vom Verein und gründete später den TSC Bad Nauheim. Die Geschicke der SG Ostend nahm Dr. Heinz Wanders als 1. Vorsitzender in die Hände. Unter seiner besonnen Führung, unterstützt von einem aktiven Vorstand, wuchs der Verein zu dem, was er heute ist. Die Turnabteilung gedieh unter der Leitung von Heinz Walenda zur mitgliederstärksten Abteilung des Vereins, wobei insbesondere das Frauenturnen, mit starker Unterstützung von Gertrud Weide, einen derartige Zulauf erfuhr, dass zeitweise ein Aufnahmestop ausgesprochen werden mußte.

Hervorragend ausgebildete Übungsleiter formten Mädchenriegen, die stets in der Spitzengruppe im Turngau Wetterau-Vogelsberg zu finden waren. Des weiteren gründeten sich Hallenhandball-Mannschaften im Jugend- und Alt-Herren-Bereich. Die ebenfalls neue ins Leben gerufene Faustballmannschaft errang gar einmal den Titel eines Kreismeisters. Einige  Gründungsmitglieder dieser Mannschaft gehen noch heute mit Begeisterung montags abends ihrem geliebten Sport nach. Die Fußballabteilung wurde als ebenfalls selbständige Abteilung des Vereins zunächst von Martin Ex und später vom jetzigen 1. Vorsitzenden Hans Alfred Steuer geführt und kontinuierlich vergrößert.

Die Jugendarbeit
Zu Recht führte Jugendleiter Hans Weide Klage, dass die Basis des Vereins, die Jugend fehle. Die 1. Mannschaft sei überaltert und die Zukunft des Vereins sei in Frage gestellt. Wochenlang zerbrachen sich Werner Wetzel und Heinz Walenda die Köpfe, wie man eine Jugendabteilung auf die Beine stellen könnte. Da diese Besprechungen immer samstags vormittags stattfanden und Heinz Walenda samstags den heimischen Küchendienst übernommen hatte, gab es – sehr zum Leidwesen seiner Familie – häufig angebrannte Erbsensuppe, denn über allem Grübeln und  allen Diskussionen verschmorte der samstägliche Eintopf nicht selten auf dem Herd. Nach etlichen verdorbenen Suppen machte man schließlich Nägel mit Köpfen: Zunächst mußte ein qualifizierter Sportlehrer gefunden werden und man fand einen der Besten: Gernot Heydecker! Er leistete erstklassige Pionierarbeit. Schon bald scharte sich eine ansehnliche Zahl  jugendlicher Interessenten um den beliebten Sportlehrer. Heydeckers heiteres Gemüt, sein gesunder Mutterwitz, seine Zuverlässigkeit und nicht zuletzt sein gut fundiertes Wissen und Können ließen ihn bei der Jugend sehr gut ankommen. Schon bald erlebte der Verein einen derart starken Zulauf an Jugendlichen, dass weitere Übungsleiter gefunden werden mußten. Die Herren Unruh, Jochen Müller, Fritsch und vor allem Heinz Walenda standen Gernot Heydecker zur Seite. Hinzu gesellten sich nach und nach die Damen Monika Müller, Edelgard Schempp, Leonore Fischer und Helga Mörler, die mit der Mädchen Leistungsriege beachtliche Erfolge zu verzeichnen hatte. Fußballbegeisterte Knaben wurden der Fußballabteilung zugeführt, wo Heinz Walenda, Jochen Rohn, Hans Weide und dessen Sohn Klaus, Harald Heß, Rudi Höll, Wolfgang Dyroff, Horst Petzoldt und Hans Alfred Steu-er, die jungen Kicker in das Einmaleins im Umgang mit dem runden Leder einweihten. Mit vielen guten Erfolgen machten die jüngsten Ostendler in der Folge auf sich aufmerksam. Im Laufe der Jahre ließ jedoch bedauerlicherweise der Jugendspielbetrieb, trotz übermächtiger Anstrengungen der damaligen Jugendleiterin Brigitte Spohr, merklich nach und kam fast zum Erliegen.

Mit Oliver Michel, Frank Schneider und Norbert Johnigk nahmen sich in der Folge aber engagierte Männer der Sache an und nach und nach baute sich wieder eine starke Jugendabteilung auf. Dem beherzten Einsatz von Jugendleiter Norbert Johnigk ist es zu verdanken, dass die Fußballabteilung der SG Ostend derzeit wieder in allen Altersklassen über recht spielstarke Jugendmannschaften verfügt. Es ist allerdings auch zu bemängeln, dass es ihm doch ein wenig an der nötigen Unterstützung  durch geeignete Betreuer fehlt!

Auch in der Turnabteilung war man im Jugendbereich nicht untätig und bot über all die Jahre Trainingsstunden für Kinder an, die stets gut besucht waren. Wenngleich sich von Jahr zu Jahr die Suche nach geeigneten Übungsleitern immer schwieriger gestaltete, kann die Abteilungsleiterin Valeska Burger nach wie vor gut geleitete Übungsstunden für Kleinkinder und Jugendliche anbieten. Einen angebotenen Turnkurs für Mutter und Kind, musste der Verein, trotz anfänglicher Nachfrage, mangels Beteiligung wieder einstellen.

Unbezahlbar ist die Arbeit, die alle Betreuer in der Jugendarbeit geleistet haben und noch leisten. Ein ganz herzliches Dankeschön sei an dieser Stelle ihr Lohn. Dank gebührt aber in erster Linie den weitsichtigen Männern der „ersten Stunde“, die mit ihrem beherzten Engage-ment eine überaus gesunde Basis für die Zukunft unseres Vereins geschaffen haben.

Erfolgreiche Vereinsarbeit
Mit den Jahren entwickelte sich der Verein mehr und mehr und erlangte im Sportkreis ein hohes Ansehen. Wenngleich den Fußballern auch die ganz großen Erfolge versagt blieben, wurde die SGO häufig zum Stolperstein für Favoriten. Im Jahre 1997 war der Aufstieg in die Kreisliga A zum greifen nah: Nach einem tollen 2. Tabellenplatz in der Kreisliga B, fehlte in der Relegation gerade mal ein Törchen zum Aufstieg. Jahrelang wurden die Fußballer von ehrenamtlichen Übungsleitern trainiert. Seit einigen Jahren ist man den Zeichen der Zeit gefolgt und holte sich bezahlte (Spieler-) Trainer von außerhalb. Die Spieler allerdings sind lupenreine Amateure geblieben. Im Jahr 1995 wurde es den Bad Nauheimer Sportvereinen ermöglicht, in eigener Regie Bandenwerbung zu betreiben und gleichzeitig den Getränke-verkauf auf dem Waldsportplatz zu übernehmen, was die finanzielle Situation der Vereine verbesserte. Dank der Initiative von Frank Schneider, der 1999 den Freundeskreis der SG Ostend ins Leben berief, betrat der Verein ein neues Gebiet der Werbung. Dieser Freundeskreis besteht aus Personen, die den Verein finanziell unterstützen und dafür seitens des Clubs einige kleine Vergünstigungen erfahren.

So weist der Verein, dessen finanzielle Situation gut fundiert ist, zwei funktionierende Abteilungen vor. In dieser Entwicklung steckt sehr viel Arbeit und persönliches Engagement einzelner Vereinsmitglieder, die keine Kosten und Mühen gescheut haben, den Verein aufzubauen und weiterzuentwickeln. Als Fazit lässt sich sagen, dass die SG Ostend 1960 Bad Nauheim e. V. ein überaus intakter Verein ist, wozu das gute Einvernehmen und die Kameradschaft innerhalb des Clubs einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet hat.

Die Spielgemeinschaft
Im November 2001 geschah etwas, was vor einigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte: Die Verantwortlichen der beiden Bad Nauheimer Vereine SG Ostend und SV 06 trafen sich in angenehmer Runde in der „Ballerstubb“ auf dem Waldsportplatz, um über die Gründung einer Fußball-Spielgemeinschaft zu beratschlagen. Auslöser für dieses Gespräch war die Tatsache, dass die Vereine unter akutem Spielermangel litten. Der Start der 1. Mannschaft erfolgte in der Spielzeit 2002/2003. Der sehr harmonische Zusammenschluss besteht zurzeit im dritten Jahr und wurde erneut für drei Jahre verlängert. Die erste Mannschaft spielte in der abgelaufenen Zeit mit wechselndem Erfolg in der Bezirksliga Friedberg, während die 2. Mannschaft in der Spielzeit 2004/2005 am aktiven Spielbetrieb in der B-Liga Gruppe1 teilnimmt und einen ordentlichen Mittelplatz belegt.

Auch die Jugendabteilungen beider Vereine schlossen sich zusammen In der Spielzeit 2003/2004 stiegen die B-Jugend (unter Norbert Johnigk) und die D-Jugend (unter Michael Wichmann) in die Bezirksliga Frankfurt auf. Beide Vereine agieren zur Zeit noch selbstständig, jedoch ist längerfristig  eine echte Fusion der beiden Vereine nicht auszuschließen.

Hans Alfred Steuer
1. Vorsitzender
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Unsere bisherigen Vorsitzenden:
1960 – 1962  1. Vorsitzender Eduard Flader
1962 – 1967  1. Vorsitzender Werner Wetzel
1967 - 1969   1. Vorsitzender Dr. Heinz Wanders
                       2. Vorsitzender Martin Ex
1969 - 1986   1. Vorsitzender Dr. Heinz Wanders
                       2. Vorsitzender Hans Alfred Steuer
1986- 1991     1. Vorsitzender Hans Alfred Steuer
                       2. Vorsitzender Kurt Rack
1991 -             1. Vorsitzender Hans Alfred Steuer
                       2. Vorsitzender Oliver Michel